Hinweise
zur Erstellung von Parallelarbeiten im Fach Spanisch in den Oberstufen der
Gymnasien und Gesamtschulen
Die Erlasslage
Die Vorgaben zur Parallelarbeit basieren auf dem Erlass zur
Qualitätssicherung und –entwicklung - Rd.Erl.
d. MSWWF vom 20.4.2000 – 731.36-20/0 Nr. 13/00 – Bezug: Rd.Erl. vom 1.12.1998
(BASS 12 –32 Nr.1).
Sie sind zu sehen als Fortentwicklung der Aufgaben, die der
Lehrplan den Fachkonferenzen zuweist. Hier sind insbesondere zu nennen die
Erstellung eines schulinternen Curriculums zur Sicherung der Vergleichbarkeit
der Anforderungen und die Grundsätze der Leistungsbewertung. Die Aufgabenbeispiele
für das Fach Spanisch in der Gymnasialen Oberstufe[1] (Schriftenreihe
Schule in NRW 4707/1 in der Folge „Aufgabenbeispiele“)
sollen „ein Ausgangspunkt des Diskurses in der einzelnen Schule und zwischen
den Schulen über Leistungsanforderungen, Beurteilungsmaßstäbe und die
Weiterentwicklung des Unterrichts sein. Sie sollen für die Gestaltung von
Klausuren verwendet werden“ (Aufgabenbeispiele S. 10).
Allgemeine Anmerkungen zur Gestaltung der Parallelarbeit im Fach
Spanisch
Die Parallelarbeit ist wie alle Klausuren eingebettet in
eine inhaltlich und thematisch zusammenhängende Teilsequenz. Bei der Anlage
der Klausuren ist zu berücksichtigen, dass „das Prinzip der Integration von
Sprache, Sache und Methode Anwendung“ (Lehrplan S. 62) findet. Die Textgrundlagen
für die Klausuren „sind authentische und in der Jahrgangsstufe 11 ggf. leicht
adaptierte Texte. Es können auch authentische Hör- oder Bildtexte eingesetzt
werden.“ (Lehrplan Spanisch S. 64).
Die folgenden Textsorten entsprechen den Vorgaben des
Lehrplans und können als authentische Basistexte für Klausuren dienen:
1.
Gebrauchs- und
Sachtexte
2. Literarische Texte
3.
Medial
vermittelte Texte
Schwerpunkte bei der Textbearbeitung sind die Anwendung
fachlicher Methoden (etwa Lesestrategien, Worterschließung u.a.), die
Sicherung des Textverstehens, Analyse und Kommentierung sowie die Gestaltung
von bestimmten Textsorten. Die Zieltexte sind in sich kohärent, d.h. sie weisen
den Text strukturierende Pronomina, Adverbien und weitere enlaces auf. Die Texte sind vollständig, d.h. sie
beinhalten alle in der Aufgabenstellung verlangten Elemente. Die Texte sind
sprachlich korrekt und spiegeln den zum Zeitpunkt der Klausur erreichten
Sprachstand wider.
Zieltexte können sein
1. kommunikativ
relevante Textsorten oder Textformate der öffentlichen Kommunikation, d.h.
solche Texte, die auch außerhalb der Schule existieren: Zeitungsartikel,
Leserbriefe, Antwortschreiben auf Anzeigen, Dialoge für eine Film- oder
Videosequenz, Internettexte, persönliche Briefe, emilios, Berichte,
Werbetexte, Zuschriften für eine bestimmte Zeitungsrubrik wie Estoy harta
oder Relatos de verano in El País digital u.a.
2. „Schultexte“
oder schulische Textformate sind solche, die ausschließlich im schulischen Raum
erstellt werden und Geltung haben bzw. die vorbereitend sind für Texte der
öffentlichen Kommunikation. „Schultexte“ sind
Analyse sprachlicher Mittel und ihrer Funktion, Beschreiben von Bildern,
Anfertigen von Stellungnahmen, resúmenes u.a..
Im Jahrgang 11 kann die Klausur
eingeleitet werden durch eine Teilaufgabe mit dem Ziel des Methodentrainings
oder der gezielten Überprüfung eines bestimmten grammatischen Phänomens. Eine
solche Aufgabe erwächst aus dem Basistext für die eigentliche Textproduktion,
dem Zentrum der Klausur, oder steht in einem engen inhaltlichen Zusammenhang
mit ihm.
1.
Beispiel[2]
Textgrundlage
ist ein Text, zu dem zwei Aufgaben gestellt werden. Im Sinne des Methodentrainings
kann in einer ersten Aufgabe auf der Grundlage des Textes eine mapa mental
erstellt werden, in der themenspezifischer Wortschatz aus der Vorlage
strukturiert wird und ergänzt durch weiteren Wortschatz aus der Erinnerung.
Der Wortschatz wird dann verwendet in der Textproduktion.
2.
Beispiel
Im
unterrichtlichen Zusammenhang mit dem Modul „Fascinados por Las Meninas“
(vgl. Horizonte 76ff - grammatischer
Schwerpunkt : tiempos del pasado) soll der indefinido gezielt überprüft werden. Hier kann
eine Zeitleiste mit den biographischen Daten von Velázquez gegeben werden, in
der die Etappen seines Lebens im Präsens stehen. Ein Teil der Klausur besteht
dann in der Übertragung der biographischen Hinweise in die Vergangenheit. Der
zweite Teil der Klausur könnte die Erstellung eines fiktiven Interviews sein,
das auf der Grundlage eines Textes zu einer besonderen Begebenheit aus dem
Leben von Velázquez oder einer Figur aus den Meninas erstellt wird.
Hinweise zur Terminierung und Festlegung des Kurses
Der geeignete Ort für Parallelarbeiten im Fach Spanisch ist
die Jahrgangsstufe 11, da die Kurse in der 11 im 12. Jahrgang neu
zusammengesetzt werden und vor diesem Hintergrund paralleles Arbeiten
notwendig ist. Es wird empfohlen, die 3. Klausur in 11 als Parallelarbeit zu
konzipieren, da dann auch Schülerinnen und Schüler selbst einen direkten
Vergleich über den eigenen Kursverband hinaus anstellen können, der von
Bedeutung für die Kurswahl in 12 sein kann. Die Terminsetzung sollte im
Terminplan der Schule ausgewiesen werden. Eine frühzeitige Abstimmung ist
nötig.
Bei der Planung der Parallelarbeit kann die folgende Tabelle
hilfreich sein.
|
Planungsziele |
|
·
Schulinterner Vergleich
und Diskurs der Anforderungen und Leistungskriterien ·
Schulinterner
Diskurs über grundlegende Fragen von Lehren und Lernen und fachlicher Arbeit ·
Schulinterne
Sicherung von Unterrichtsqualität ·
Schulübergreifende
Vergleichsmöglichkeiten |
|
Planungsschritte
(Planung, Durchführung und Auswertung) |
|
·
Kooperation mit
anderen Schulen / Terminabsprache mit anderen Fächern / Festlegen der Termine ·
Gemeinsame
Planung des Unterrichts -
Prüfen /
Vergleichen der Aufgabenbeispiele / Vergleich mit schulinternem Lehrplan /
Herstellen des Lehrplanbezugs -
Klären von
Lernvoraussetzungen; ggf. Entscheidung für einen Aufgabentyp -
Vorschlag für
eine Parallelarbeit -
Konzipieren des
Unterrichtsvorhabens -
Formulieren des
Erwartungshorizonts und Festlegung der Bewertungskriterien ·
Vorbereiten,
Schreiben, Korrektur, Auswertung der Parallelarbeit ·
Evaluation der
Ergebnisse ·
Vereinbarungen
von Konsequenzen für die weitere fachliche Arbeit |
Fundstelle:
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/qualitaetsentwicklung/download/download.htm
15.03.02 (leicht modifiziert).
Die Rolle der Fachkonferenz bei der Vorbereitung von Parallelarbeiten
In der Fachkonferenz fassen die Lehrkräfte der Schule(n)
Beschlüsse über den Einsatz von Aufgabentypen, verständigen sich über Bewertungsmaßstäbe,
besprechen und evaluieren miteinander beispielhaft korrigierte Arbeiten.
Weiterhin diskutieren sie und setzen Standards für das Fach Spanisch. Diese
Praxis wird fortgeschrieben und mündet in die gemeinsame Planung, Konzeption
und Evaluation der Parallelarbeit.
Institutionell miteinander kooperierende Schulen
verständigen sich im Rahmen der gemeinsamen Fachkonferenz über die
Parallelarbeit. Darüber hinaus ist es grundsätzlich günstig und im Sinne der
Professionalisierung, wenn ortsnahe Fachkonferenzen kooperieren und somit den
Diskurs über Standards im Fach Spanisch fördern.
Im Einzelnen sind in der Fachkonferenz die Absprachen zu
treffen und im Protokoll festzuhalten:
·
zur Einbettung in die Teilsequenz
·
zum zu erreichenden Lernstand (im Sinne des integrierten
Sprach- und Sachunterrichts in allen Bereichen des Faches)
·
zur Aufgabenart und zum Aufbau der Klausur (Art der
Textvorlage, der actividades und des Zieltextes)
·
zu allgemeinen Bewertungskriterien und zur Verfassung des
Erwartungshorizonts
·
zur Berücksichtigung der Parallelarbeit im schulinternen und
ggf. –übergreifenden Terminplan
·
zum Zeitplan für den Austausch der Arbeiten, zur Besprechung
und Auswertung, zur Rückgabe und zur Erstellung des Berichts für die
Schulleitung und –konferenz.
Für die Bewertung von Parallelarbeiten kann das folgende
Kriterienraster[3] hilfreich
sein:
Textgrundlage und Aufgabenstellung
INHALT
Vollständigkeit
(Erfassung der Aufgabenstellung, Ideenreichtum, Eigenständigkeit)
Korrektheit
(Sachverhalte, Tatsachen, Ereignisse)
Relevanz
(Beitrag zur Lösung der Problemstellung)
Präsentation
(gedankliche Entfaltung)
SPRACHE
Ausdrucksvermögen
Wortschatz:
Umfang des
relevanten Grund- und Aufbauwortschatzes
Differenziertheit,
Variation
Treffsicherheit,
Ökonomie
Idiomatische
Authentizität
Register:
Thematische
Angemessenheit
Adressatengerechte
Wortwahl
Schriftsprachliche
Konventionen
Syntax:
korrekter Satzbau
Variation der
Satzbaumuster im Rahmen von schriftsprachlichen Konventionen
Logische Verknüpfung
Erfassung von
räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen
Textform:
Beachtung
textsortenspezifischer Konventionen
Adressatengerechte
Darstellung
Sprachrichtigkeit
Verstöße gegen die
Sprachnormen / Festlegung ganzer und halber Fehler sowie Verständigung über
nicht gewertete Ungenauigkeiten:
a) semantische Norm
b) syntaktische Norm
c) orthographische
Norm
METHODE
|
Anwendung der fachlichen Methoden
(Wortschatzerschließung, Anwendung von Lesestrategien, Entnahme von
Informationen u.a.) |
|
Selbständigkeit im Angang (Verwendung der zur Verfügung gestellten
Hilfsmittel, Zeiteinteilung) |
|
Korrektur und Überarbeitung des eigenen
Produkts |
In der die Parallelarbeit vorbereitenden Fachkonferenz kann
zur Verdeutlichung und Anschauung ein Klausurbeispiel aus früheren Jahrgängen
erläutert oder aber auf die Handreichungen zurückgegriffen werden. Die
konkrete Planung der Parallelarbeit, also etwa die endgültige Textvorlage, die
Aufgabenstellungen und der Erwartungshorizont, ist im Rahmen einer
Dienstbesprechung vorzunehmen, da in der Fachkonferenz die unabdingbare
Geheimhaltung vor der Klausur nicht gewährleistet ist.
Die getroffenen Absprachen sind nach Stellung der Klausur
vor der Fachkonferenz offen zu legen.
Korrektur und Evaluation der Parallelarbeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Korrektur und Bewertung
der Parallelarbeiten. Das am meisten verbreitete Modell ist das der Korrektur
und weiteren Auswertung durch die Fachlehrkräfte des eigenen Kurses. Ein
anderes Modell sieht vor, dass die Kursarbeiten ausgetauscht werden. Die
Entscheidung über das Verfahren liegt in der Fachkonferenz. Der Austausch
einzelner Klausuren und die Diskussion der Stärken und Schwächen sind
Bestandteil der kollegialen Kooperation. Die Noten und eine zusammenfassende
Würdigung der Ergebnisse, die darüber Aufschluss gibt, inwieweit die im
Erwartungshorizont formulierten Ergebnisse erreicht wurden, werden der
Fachkonferenz mitgeteilt. Auf der Basis der Ergebnisse werden die fachlichen
Standards fortgeschrieben und weiter entwickelt.
Die Schulleitung erhält einen kurzen Bericht über die
Ergebnisse der Parallelarbeiten und die Konsequenzen, die die Fachkonferenz
aus der Arbeit ziehen wird. Der Bericht wird der Schulkonferenz zugeleitet.
Beispiel
für eine Parallelarbeit
3. Klausur in 11 (zweistündig)
Kurszusammensetzung: Zwei Kurse
mit 52 Schülerinnen und
Schülern, darunter 15 mit Spanisch als 2. Fremdsprache sowie fünf mit Spanisch
als vierter Fremdsprache.
Unterrichtszusammenhang: Una mirada hacia el pasado de las Américas
(HORIZONTE, S. 53ff) – Erwerb von Sachwissen über frühe
amerikanischen Hochkulturen und über die Ereignisse im Zusammenhang mit der
conquista.
Sprachlicher Schwerpunkt der Teilsequenz: los tiempos del
pasado.
Wissenstand
zum Zeitpunkt der Klausur
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über Sachwissen sowie
einen Aufbauwortschatz zu Riten und Gebräuchen sowie zu einigen Bauwerken aus
der Aztekenzeit. Als grammatischer Schwerpunkt
wurde lediglich der imperfecto (auch die unregelmäßigen Formen)
behandelt.
Textgrundlage der Klausur: Casa en la ciudad –
fiktive Anzeige im Periódico Azteca.
Fundstelle: El periódico azteca
– El diario más importante de la civilización. Barcelona o.J.
Zu erstellende Zieltexte:
Ergänzung eines Interviews (Informationsaufnahme); Führung durch eine
Museumsausstellung über die Azteken (Informationsverarbeitung und –bewertung).
Klausur (Text-Bildvorlage und actividades)

|
anotaciones: amplio/a – grande, extenso hogar – donde se prepara la
comida hilera – Reihe dar a – gehen auf |
concurrido – donde hay mucha gente ventanas delanteras – Fenster nach vorne preservar – ingl.: preserve compartido – geteilt |
Actividades
I. Comprensión del texto
Eres la dueña o el dueño de la
“casa en la ciudad” y quieres alquilarla. Hoy estás en la plaza donde tiene
lugar el mercado. Allí encuentras a un campesino que quiere vivir en la ciudad.
El campesino tiene interés en tu casa y te pregunta:
à Contesta al campesino:
Ejemplo:
Campesino: –¿Me puede decir
de qué material está hecha la casa?
Dueño: – Sí, claro, es una casa de adobe.
II. Producción de texto
En el museo de Madrid hay una
exposición[4] sobre los aztecas. Todos los objetos (p.ej. un perro de
ruedas, algunas estatuas, dibujos originales de la época, el modelo de una casa
en la ciudad) se encuentran en una sala. Ahora la guía o el guía[5] tiene que preparar un paseo por la exposición.
à Escribe el texto. Incluye las
informaciones del anuncio y tus conocimientos del pasado de las Américas. Como es una visita guiada, o sea para
visitantes, el texto tiene que
4
ser interesante y personal
4
tener estructurarla lógica.
Tienes que utilizar el imperfecto para la partes
informativas.
Erwartungshorizont
Die Schülerinnen und Schüler sollen im Teil 1 ihr
Textverständnis nachweisen durch korrekte Wiedergabe der erfragten
inhaltlichen Elemente. Es ist grundsätzlich möglich, dass nur die relevanten
Informationen gegeben werden. Allerdings wird besonders honoriert, wenn die
durch die anotaciones gegebenen Hilfen intelligent genutzt, ganze Sätze
gebildet werden und die Antworten durch Formulierungen wie pues, mire
usted“, eingeleitet werden oder auch Rückfragen gestellt werden wie ¿Tiene
usted más preguntas?
In der eigentlichen Textproduktion kommt es zunächst auf
eine übersichtliche Gliederung an. Die Schülerinnen und Schüler könnten
zunächst Informationen geben zu den gezeigten Gegenständen: Aquí ven un
perro sobre ruedas. Este juguete
muestra que los aztecas ya conocían la rueda. El modelo muestra exactamente una casa en el campo. Las casas eran de
adobe. Esta casa tiene un piso con ... . Die selbständige Einbettung
des Ausgangstextes in den Vortrag kann wörtliche Textübernahmen kompensieren. Wenn weitere Elemente eingebettet werden wie z.B. Sabemos
que en la sociedad azteca también había escuelas para los niños. Allí
aprendían a ..., so weisen die Schülerinnen und Schüler nach, dass sie
Wissen vernetzen können.
Ein weiteres Element für Qualität ist eine gelungene
Begrüßung der Besucher sowie Rückfragen, ob alles verstanden wird.
Für eine gute Leistung sollten weiterhin alle
Hinweise aus der Aufgabenstellung aufgegriffen sowie in allen Details auf den
Text rekurriert werden. Die korrekte Verwendung des imperfecto, von
textstrukturierenden enlaces und Pronomina sowie Flexibilität in
Wortschatz und Syntax ist ein weiteres Qualitätsmerkmal.
Für eine ausreichende Leistung müssen die Fragen
korrekt – auch durch Einwortsätze - beantwortet werden. Eine Einbettung durch
Wendungen der gesprochenen Sprache wird nicht verlangt.
In der Textproduktion müssen die in der Aufgabenstellung
genannten Ausstellungstücke vorkommen.
Es ist möglich, dass diese eher aufgezählt und nur wenige enlaces
gebraucht werden, die sich auch wiederholen dürfen. Die näheren Erläuterungen
müssen im imperfecto gemacht werden. Die Morphologie der häufigen
Verben ser, estar und encontrarse sollte richtig sein. Es
wird erwartet, dass zum Schulbesuch der Kinder etwas gesagt wird und
mindestens zwei Gebräuche (z.B. el casamiento und los castigos para
los niños desobedientes) genannt werden.
Außer Begrüßungs- und Verabschiedungsfloskeln können weitere
Anreden an die Besucher entfallen.
Auswertung
Die Vorarbeiten liefen in beiden Kursen parallel. Es wurde
gearbeitet mit Teilsequenzen aus dem Buch HORIZONTE (Romanistischer Verlag
Bonn). Das Modul Una mirada hacia el pasado lejano de las Américas konnte nur
bearbeitet werden bis zum Text „Lo que hoy conservamos de los pueblos nativos
de las Américas” (S. 58).
Bis auf vier Schülerinnen und Schüler haben alle die
Textgrundlage und Aufgabenstellung verstanden und in der Arbeit durch
inhaltlich weitgehend korrekte Antworten sowie Texterstellung nachgewiesen. In
beiden Kursen waren drei sehr gute Arbeiten, die deutlich über den für die Note
gut formulierten Erwartungshorizont hinausgingen. Insbesondere wurden
noch Fotos in der Ausstellung beschrieben. Die Gestaltung der kommunikativen
Situation durch entsprechende Rückfragen war durchgängig variantenreich.
Auffällig war, dass in beiden Kursen im unteren Drittel
erhebliche Probleme mit der Verbmorphologie bestanden. Es wurden nicht nur die
Imperfektformen falsch gebildet (Verben auf –ar erhielten die Endung –ía),
sondern auch die Präsensformen. Die Überprüfung, ob diese Schwierigkeiten besonders
bei den Schülerinnen und Schülern nicht deutscher Herkunft bestanden, ergaben
ein nicht einheitliches Bild. Im unteren Drittel waren Deutsche und nicht
Deutsche gleichermaßen vertreten, aber auch in der Spitzengruppe.
Eine weitere Schwäche war, dass nur teilweise die Vorgaben
der Aufgabenstellung zur inhaltlichen Gestaltung beachtet wurden. Auffällig
war, dass auch bei den schwächeren Arbeiten die Bestrafungsrituale der
aztekischen Eltern sowie die Hochzeitszeremonie genannt wurden. Es hat den Anschein,
als seien diese beiden Gebräuche besonders interessant. Teilweise wurde
auswendig Gelerntes niedergeschrieben. Wenn dieses kontextuell selbständig eingebettet wurde, wurde das Verfahren
akzeptiert.
Konsequenzen sind zu ziehen aus der teilweise unzureichenden
Vokabel- und Formenkenntnis. Die Überprüfung des Wortschatzes soll bis auf
Weiteres in jeder Stunde schriftlich (Siebenminutentests) erfolgen. Es sollen
vermehrt schriftliche Übungssituationen mit dem Schwerpunkt auf der Festigung der Vergangenheitstempora
geschaffen werden. Dazu werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, per
E-mail ihre Arbeit an die Fachlehrerin zu senden, um nicht Unterrichtszeit
einsetzen zu müssen. Hier sind besonders diejenigen gefragt, die Spanisch als
2. Fremdsprache bis zum Abitur führen müssen. Es wird erwartet, dass sie
selbständig Zusatzaufgaben lösen und Konsequenzen aus den Rückmeldungen ziehen.
Ein Problem zeigte sich auch in der nur flüchtigen Lektüre
der Arbeitsanweisungen und der anotaciones. Einige Schülerinnen und
Schüler haben es sich unnötig schwer gemacht, weil sie weder die deutschen
Bedeutungen registrierten noch diejenigen Elemente der actividades, die
unmittelbar für die Textproduktion übernommen werden konnten. Hier muss die
Lesekompetenz verbessert und der Nutzen, den eine gründliche Lektüre für das zu
erstellende Produkt bietet, evident werden. Die Aufgabenstellung sollte in
Zukunft auch eine methodische Komponente haben, etwa eine methodisch
orientierte „Vor“aufgabe, wie mindmap o.ä
© Hella Klink - http://www.spanischdidaktik-klink.de
[1] in der
Folge„Aufgabenbeispiele“ genannt.
[2] vgl. dazu
die Textproduktion beim beigefügten Aufgabenbeispiel zum Basistext „Una casa en la ciudad“
[3]
Fundstelle:
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/qualitaetsentwicklung/download/download.htm
(leicht modifiziert)
[4] exposición (f) – Ausstellung
[5] la / el guía – hier: MuseumsführerIn