Studienseminar für das Lehramt der Sekundarstufe
II
Jülich
Kurfürstenstr. 20a
52428 Jülich
Studienreferendarin:
Schule:
Datum:
Zeit:
Kurs: GK11.II
Raum:
Fachleiterin:
Hauptseminarleiter/in:
Stoffgrundlage
der Teilsequenz:
Rosana Acquaroni Soñar un crimen
Thema der vorhergehenden Stunde:: Cuando
éramos felices – las vacaciones de Carlos y Laura en Marbella.
Thema
der heutigen Stunde:
Erwartungen und Wünsche der Protagonistin Laura
Thema der folgenden Stunde: La
mujer misteriosa.
Hausaufgaben zur heutigen Stunde: Querida madre: Por fin tengo tiempo de
escribirte una carta desde Marbella ... - Escribe desde la perspectiva de
Laura.
Der Kurzroman Soñar un crimen von Rosana Acquaroni
Muñoz umfasst 20 Seiten. Es ist die erste Ganzschrift, eine Kriminalgeschichte,
die die Schülerinnen und Schüler in Spanisch lesen. Carlos ist verschwunden,
seit ihn in den Ferien eine mysteriöse Frau verfolgt hat, ist er nicht mehr er
selbst, er lebt in einer anderen Welt, ist geflohen und schickt seinem besten
Freund Fernando sein Tagebuch, das dieser Laura – Carlos´ Freundin – zukommen
lassen soll. Fernando liest das Tagebuch und stellt fest, dass sie es endlich
geschafft haben. Er und Laura haben Carlos in den Wahnsinn getrieben.
Es ist die Geschichte einer Rache: Carlos hatte viele Jahre
zuvor nach einem Unfall Fahrerflucht begangen und dabei ist eine Frau ums Leben
gekommen, die Tochter hat überlebt und diese ist- Laura!
Die heutige Stunde ist die siebte innerhalb der Teilsequenz Soñar
un crimen. In den vorangegangenen Stunden haben die Schülerinnen und
Schüler sich intensiv mit dem ersten Kapitel auseinandergesetzt, das die Neugier bei den Schülerinnen und
Schülern weckte. Im Zentrum der Betrachtung stand Carlos´ Brief an Fernando.
Durch diesen Brief wurden Fragen
aufgeworfen und Vermutungen zum Fortgang des Geschehens angestellt.
In den letzten zwei Stunden wurde schwerpunktmäßig der
Urlaub von Carlos und Laura in Marbella behandelt. Carlos und Laura schienen
sehr glücklich zu sein, und dennoch wissen die Schülerinnen und Schüler bereits
aus Carlos´ Brief, dass die beiden sich getrennt haben. Nun drängt sich die Frage
auf, warum sich die beiden getrennt haben? Warum schickt Carlos Laura sein
Tagebuch? Warum ist er einsam und verlassen? Was erwartet Carlos von Laura?
Irgendwelche Erwartungen muss er ja haben, sonst hätte er ihr nicht den Brief
und das Tagebuch zukommen lassen. Dieser Fragestellung nachzugehen wird heute
im Zentrum der Stunde stehen.
Um Erwartungen und Wünsche auszudrücken, ist der subjuntivo notwendig. Ein
Grundprinzip des Faches Spanisch ist die integrierte Vermittlung von Sprache,
Themen/Inhalten und Methoden.[1] Die kontextuelle Einbettung eines grammatikalischen Phänomens ist deshalb sinnvoll, weil
den Schülerinnen und Schülern Funktion und Bedeutung klar werden: sie erkennen,
dass der subjuntivo eingesetzt werden muss, wenn es um Wünsche und
Erwartungen von Personen geht, die sich an andere Personen richten.
Die Einführung des subjuntivo im Jahrgang 11 ist
obligatorisch,[2] wo die Grundlagen gelegt werden für
eine weiter-gehende Beschäftigung und Vertiefung dieses komplexen Phänomens in
der Qualifikationsstufe. Die Fachkonferenz Spanisch hat festgelegt, dass der subjuntivo
angebunden wird an Soñar un crimen. Die möglichst frühe Einführung des subjuntivo
ist nicht zuletzt auch wichtig, damit die Schülerinnen und Schüler wirklich
mit authentischen Texten umgehen können.
Der subjuntivo wird im Zusammenhang mit dem
semi-authentischen Text Soñar un crimen eingeführt.[3] Dieser Text bietet an verschiedenen
Stellen Anbindungsmöglichkeiten. Durch geeignete Frage- und Problemstellungen
im Zusammenhang mit dem Text lassen sich Situationen schaffen, die den
Schülerinnen und Schülern Freiraum geben, sich intensiver mit der Geschichte
auseinander zusetzen. Es lässt sich Spannung aufbauen, die dazu motiviert, sich
über die Gefühle, Wünsche etc., aber auch über den Fortgang der Handlung,
Gedanken zu machen.
Gemäß den Forderungen nach deutlicher Progression und
Oberstufengemäßheit soll der Lernweg die Ebene der Abstraktion und
reflektierten Anwendung erreichen. Das schließt nicht aus, dass der Aufbau der
Unterrichtssituation den Regeln der didaktischen Reduktion folgt.
Der Empfehlung des Lehrplans Spanisch[4]
folgend soll das grammatische Großphänomen des subjuntivo[5]
gemäß dem Prinzip des entdeckenden und experimentierenden Lernens[6] induktiv eingeführt werden, denn
das, was man sich selbst erarbeitet, haftet besser im Gedächtnis.[7] Das schließt nicht aus, dass an
geeigneter Stelle des Lernwegs auch die
im neu einsetzenden Spanischunterricht der Sekundarstufe II erforderliche
stärkere Systematisierung und Kognitivierung[8]
berücksichtigte.
Der subjuntivo als Großphänomen ist so komplex, dass
sich die Kursmitglieder vorerst nur mit einem Teilsystem vertraut machen
sollen: Deshalb wird ein mündlicher Induktionstext mit nur einem Auslöser (quiere
que) zu Grunde gelegt. Des Weiteren werden nur Verben auf –ar in der
dritten Person Singular benutzt. Das Prinzip der Kontrastierung presente de
indicativo versus subjuntivo (Carlos piensa en Laura y también
quiere que piense en él) wird angewendet zur deutlichen Fokussierung auf
Morphologie und Funktion der Form.
Die notwendige Progression ist gewährleistet durch den
erweiterten schriftlichen Induktionstext (neue Auslöser: desea que und espera
que und alle drei Konjugationen) und die Verpflichtung der Schülerinnen und
Schüler, den Text selbständig zu bearbeiten.
Ein mögliches Problem könnte für die Schülerinnen und
Schüler sein, eine Regel für die Bildung des subjuntivo auf Spanisch
aufzustellen, obwohl ihnen das Metavokabular wie z.B. derivar, derivación
und raíz bekannt sein sollte. Der Spanischunterricht läuft zwar
grundsätzlich in spanischer Sprache ab, allerdings zur Vertiefung des
Verständnisses und aus zeitökonomischen Gründen ist hier die Einsprachigkeit
aufzuheben. So heißt es auch bei Christ[9]:
Grundsätzlich läuft der
Spanischunterricht in der spanischen Sprache ab, aber Rückgriffe auf die
Muttersprache sind sinnvoll, wenn sich daraus Lernhilfen und Verkürzungen der
Lernwege ergeben und Vertiefung des Verständnisses erreicht werden soll. Dies
ist der Fall etwa – bei induktiver Beschreibung sprachlicher Strukturen im
Sinne entdeckenden Lernens sowie bei Findung und Klärung grammatischer Regeln
zur Gewinnung von Einsichten.
So wird den Schülerinnen und Schülern freigestellt, ob sie
die Regel auf Spanisch oder auf Deutsch formulieren.
Je nachdem, wie schnell die Schülerinnen und Schüler die
Regel zum Vokalwechsel aufstellen können, wird am Ende die Übung noch in die
Stunde fallen oder aber in die Hausaufgabe gehen. - Die Form tenga ist
die einzige, bei der sichtbar wird, dass der subjuntivo aus der ersten
Person Singular Indikativ abgleitet wird. Bei so geringem Belegmaterial kann
die Regel nicht verallgemeinert werden. Bei Bedarf wird die Kursleiterin die
Regel nennen.
1.)Soziokulturelle
Themen und Inhalte:
-
Die Schülerinnen und Schüler beschreiben den Ist-Zustand
der Protagonisten (Carlos está triste, está solo en una fría habitación de
un hotel, está lejos de Laura, Laura y Carlos están separados) und
artikulieren Carlos´ Erwartungen und Wünsche vor allem an Laura (quiere que
le ame, quiere que le llame, quiere que baile con él, quiere que le ayude,
quiere que le mande una carta...).
-
Sie finden
heraus, dass die Realität, in der sich Carlos befindet, und seine Wünsche und
Erwartungen, auseinander klaffen.
2.) Sprache:
-
Die
Schülerinnen und Schüler erkennen und bestimmen die Form des subjuntivo
der regelmäßigen Konjugationen auf –ar, -er und –ir durch Analyse (Vergleich
mit dem indicativo) einiger Verbformen (ame, llame, baile, ayude,
mande, comprenda, lea, tenga, escriba, discuta).
-
Durch
genaue Beobachtung finden sie einige Auslöser (quiere que, desea que, ayuda
que) und nennen die semantische Verwandtschaft des Artikulierens von
Wünschen und Erwartungen.
-
Sie
gehen vom Gelernten aus und formulieren selbständig Erwartungen und Wünsche von
Laura an Carlos.
Phase/ Zeit
|
Unterrichtsschritt und
Inhalte
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Unterrichts-form/
Medien |
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Aufbau
der Lernsituation a)
Aktivierungsphase |
Folie1: 1.Bild: Cuando
éramos felices
Präsentation eines Fotos /stummer
Impuls
Beschreibung
des Bildes durch die S. Antizipation
mögl. Schülerantworten: Se ve a dos personas, un hombre y una mujer, son Laura
y Carlos, todavía son felices, están en Marbella de vacaciones. Esta pareja
son Laura y Carlos cuando eran felices. Estaban de vacaciones en Marbella.
Hacía sol y se bañaban en el mar, escuchaban música, bailaban en las
discotecas, sí, eran muy felices… |
OHP |
|
b)
inhaltliche Vorentlastung |
Ausweitung der Situation: ¿Cómo se presenta la
situación ahora?Antizipation mögl. Schülerantworten: Carlos está muy triste. Está solo en una
fría habitación de un hotel y piensa en Laura… |
OHP UG gel. LV |
|
Phase
der Induktion a)
Erstbegegnung mit dem neuen grammatischen Stoff |
-Lehrervortrag: bildgestützter Vortrag, redundante
Darbietung des Stoffes: Ahora están separados y Carlos piensa en Laura:
“Laura, Laura mi amor”. Laura ya no baila con él, pero Carlos quiere que
baile con él. Por eso está tan triste. Laura no le llama por teléfono, pero
Carlos quiere que le llame. Laura tampoco le ayuda aunque Carlos quiere que le
ayude. Laura ni siquiera le manda una carta, sin embargo Carlos quie-re que
le mande una carta. Laura no le ama, pero Carlos quiere que le ame. Carlos
está triste y solo en su fría habitación… Die zum Text gehörenden Bilder und Symbole werden
nacheinander aufgedeckt. Der Text wird mehrmals vorgetragen. |
OHP LV |
|
b)
Wiederholung der Begegnung + erste Versuche der Anwen-dung des neuen
Phänomens |
Der Text
wird erneut Bild für Bild vorgetragen. Dazwischen sollen die S versuchen, auf
engere Fragen (¿Qué quiere Carlos de Laura? ¿Qué hace
Laura? ¿Cómo se comporta Laura? ) zu antworten. |
OHP LV UG gel. |
|
c)
aktiver und intuiti-ver Umgang mit dem neuen Lernstoff |
S
antworten auf Fragen, bis das Prinzip klar ist und fassen zusammen: ¿Qué quiere Carlos de Laura? |
OHP UG gel./ SV |
|
Ergebnisbündelung
und Überleitung |
Ustedes conocen ahora la situación difícil en que se
encuentran Laura y Carlos. Fernando, su amigo, también conoce
esta situación difícil. Es amigo de Laura y de Carlos, pero Fernando no sabe qué hacer ahora. Por
eso escribe una carta a un amigo y le explica la situación. A lo mejor su
amigo tiene una idea qué puede hacer Fernando ahora en esta situación. Vamos
a leer y escuchar la carta de Fernando que está escribiendo ahora a un amigo. |
LV |
|
Erarbeitung
1 |
Die S
erhalten den Brieftext. Die S
hören den Brief, lesen ihn parallel und beantworten mündlich Inhaltsfragen
zum Text. |
AB OHP UG gel. |
|
Zwischenbilanz und Überleitung |
Fernando expresa deseos, o sea lo que quiere, desea o espera Carlos de
Laura. Para expresar deseos hay que utilizar el subjuntivo, la forma verbal que ya estamos utilizando. Ahora
vamos dedicarnos a la formación del subjuntivo |
LV |
|
Erarbeitung
2 Generalisierung
und Kognitivierung |
Eine S
liest die Aufgabenstellung. Die S
erarbeiten die Aufgabe auf dem Arbeitsblatt. |
T PA At |
|
Ergebnissicherung |
Die
Ergebnisse werden an der Tafel festgehalten. Die
Formen, die den S nun bekannt sind, werden in das Paradigma auf Folie eingetragen. |
Tf.
strukt. UG f-e. |
|
Eventualphase: Phase
der Festigung und Anwendung/ Übungsphase |
Kärtchen
mit Verben: Was wünscht oder erhofft sich Laura von Carlos? Jedes KM formuliert einen Wunsch. Danach
wird eine Fragekette gebildet: ¿Qué
piensas tú, qué espera/ desea/ quiere Laura de Carlos? |
Kärtchen KG |
HA: Laura escribe un emilio a una
amiga en el que le cuenta lo que quiere, desea o espera de Carlos.
|
Expresiones que rigen el subjuntivo |
La formación
del subjuntivo:
|
|
|
esperar
que desear
que querer
que quiere que |
Laura llame comprenda le escriba Laura tenga tiempo |
verbos en – ar: llamar > -que llame a >
e verbos en – er: comprender > que comprenda e
> a verbos en – ir: escribir > que escriba i
> a |
VII. Literatur
Acquaroni Muñoz, Rosana(1999): Soñar un crimen, Santillana,
Madrid.
Christ,
Ingeborg(1987): Spanisch als neu einsetzende Fremdsprache ab Jahrgangstufe
11. in: Hispanorama: 45 (1987). S. 3-33.
Klink,
Hella (1996): Der Aufbau grammatischer Kompetenz im späteinsetzenden
Spanischunterricht der Sekundarstufe II, in: Buchloh u.a.
(Hg.): Konvergenzen. Fremdsprachenunterricht: Planung-Praxis-Theorie.
Gießener Beiträge zur Fremdspachendidaktik. Festschrift für Ingeborg Christ aus
Anlass ihres 60. Geburtstages, Gunther Narr Verlag, Tübingen.
Ministerium
für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW
Nordrhein-Westfalen (Hg.): Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe
II – Gymnasium/ Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen. Spanisch, 1999.
III. Materialanhang
© Natascha
Steinbrügge 2001