Einfache Strukturierungsmöglichkeiten für Unterrichtsstunden

 

Die Unterrichtsphasen müssen transparent sein und damit für Schülerinnen und Schüler deutlich erkennbar. Den Phasen werden unterschiedliche Aktivitäten zugeordnet, wobei die Medien jeweils funktional für die Aktivitäten und die mit ihnen verbundenen Ziele sind. Bestimmte Handlungen der Lehrkraft und der Kursmitglieder können hilfreich sein für die „optische“ Strukturierung der Phase[1]: 

 

1.      durch Schülerinnen und Schüler

-          sie geben sich das Wort bzw. rufen sich gegenseitig auf

-          sie arbeiten still / zu zweit / in der Gruppe

-          sie arbeiten miteinander

-          sie schreiben etwas an die Tafel

-          sie machen ein Rollenspiel

-          sie erklären einen Tafelanschrieb,

-          sie erläutern etwas an der Landkarte

-          sie arbeiten am Rechner

-          sie beschreiben ein Bild

-          sie präsentieren etwas

 

2.      durch Lehrkraft 

sie sitzt während 

-          des Tonbandvortrags[2]

-          jeglicher schülerzentrierter Plenumsarbeit (Rekonstruktion eines Textes; resumen, Fragenkette etc)

-          der Präsentation von Arbeitsergebnissen

-          des Vorlesens von Texten

-          des Resümierens / Erklärens eines Tafelanschriebs 

sie steht neben einem Bild / der Folie / der Tafel / der Landkarte mit Blick auf die Klasse während

-          der Semantisierung

-          der lehrerzentrierten Einführung

-          sie Fragen zum Neuen stellt

sie bewegt sich im Klassenraum und steht für kürzere Gespräche und Nachfragen zu Verfügung[3] während

-          einer Still-, Gruppen- und Partnerarbeit

 

3.  durch Medien

-          Tageslichtprojektor wird ausgeschaltet

-          Tafel wird zu- bzw. aufgeklappt

-          Bücher werden geschlossen

-          Realien werden fortgeräumt

 

Der Einsatz von Medien, vor allem auch der Tafel, muss gut vorüberlegt werden. Wenn Schülerinnen und Schüler wissen, dass sie sehr schnell eine schriftliche Unterstützung erhalten, werden sie beim anstrengenden Zuhören eher abschalten. Gerade das Hörverstehen ist besonders zu schulen, weil der aktive und spontane Umgang mit der spanischen Sprache normalerweise nicht in schriftgestützten rezeptiven und produktiven Kommunikationssitua­tionen erfolgt. Da die meisten Menschen Eidetiker sind, hat natürlich auch das geschriebene Wort seinen Stellenwert. So können denn nach der mündlichen Einführung und dem ersten aktiven Umgang der Schülerinnen und Schüler mit dem neuen Stoff die Lexeme an der Tafel fixiert werden z.B. als mapa mental o.Ä.  Bei geplanter Schriftunterstützung durch Folie oder Tafelanschrieb ist zu beachten, dass an geeigneter Stelle die schriftliche Unterstützung ausgesetzt wird  (Tafel umklappen, Tageslicht­projek­tor ausschalten, Bücher schließen).

 

© Hella Klink  -  http://www.spanischdidaktik-klink.de

 



[1] Damit die jeweilige Perspektive deutlich wird, sind die Handlungen von S. und L. sowie die Medien getrennt aufgeführt. Gleichwohl bedingen sie sich gegenseitig.

[2] Bei Ausspracheschwächen -insbesondere beim R simple und múl­tiple-  der Lehrerin / des Lehrers muss das Tonband im Anfangsunterricht zwingend einge­setzt werden! 

[3] Manche Schülerinnen und Schüler empfinden es als unangenehm, wenn ihnen „über die Schulter geschaut“ wird. Deshalb könnte es günstig sein, sich zu der Gruppe oder der Einzelperson zu setzen. Das Verfahren allerdings, am Pult sitzen zu bleiben und darauf zu warten, bis man gefragt wird, ist nicht zu favorisieren. Es ist günstig, vor dem Vortrag von Gruppen-arbeitsergebnissen schon mal in die Produkte geschaut zu haben.